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description: "Die Fasnacht ist die grösste jährlich stattfindende Veranstaltung in Brig-Glis. Sie führt einerseits jahrhundertealte Tradition fort und bietet gleichzeitig Vergnügen für Jung und Alt."
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Fasnacht
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Fasnacht im «Mekka des Oberwallis»

**Die Fasnacht ist die grösste jährlich stattfindende Veranstaltung in Brig-Glis. Sie führt einerseits jahrhundertealte Tradition fort und bietet gleichzeitig Vergnügen für Jung und Alt.**

Die Fasnacht (lokal auch «Fastnacht») ist eine der ältesten belegten Traditionen, die immer noch fortlebt – auch wenn sich vieles inzwischen geändert hat. Sie ist eng verbunden mit Enthaltsamkeitsgeboten der Kirche. Schon im tiefsten Mittelalter sollten die Menschen (wie Jesus, während er alleine in der Wüste den Versuchungen widersteht) fasten. Auf Fleisch, fettige Tierprodukte wie auch Alkohol sollte nach Aschermittwoch bis kurz vor Ostern verzichtet werden. Naturgemäss wurden deshalb in den Tagen zuvor nochmals alle Reserven aufgebraucht. Vor allem ab dem «Fetten Donnerstag», wie der «Schmutzige Donnerstag» im Wallis genannt wird, wurde ausgiebig zugelangt.

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11.11. – Warum die Fasnacht schon im November startet
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Die sogenannte «fünfte Jahreszeit» wird jeweils schon am 11. November um 11:11 Uhr eingeläutet. Auch dieses Datum hat mit einer Phase des Fastens zu tun: mit dem Advent. Dieser dauerte früher – im nicht weit entfernten Mailand gilt das immer noch – 6 anstatt 4 Wochen, womit der 11.11. tatsächlich nochmals eine letzte Gelegenheit bot, um sich auszutoben, bevor danach 42 Tage besinnlicher Vorbereitung auf den Heiligen Abend anstanden. Besinnung und Ausblick forderte die Kirche aber auch von Weihnacht bis zum Dreikönigstag, «zwischen den Jahren» wie es landläufig heisst. Deshalb markierte der 6. Januar früher vielerorts den Beginn der Fasnacht.

 

Herz der Oberwalliser Fasnacht
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In der Zwischenzeit hat Visp zwar einen direkten Bahnanschluss von Bern kommend erhalten, doch gemessen an Ruf, Grösse und Vielfalt schlägt das Herz der Oberwalliser Fasnacht eindeutig in der Agglomeration Brig-Glis-Naters. Nach dem  sind auch in  (1966) und  (1969) Fasnachtzünfte entstanden, welche vor Ort die Fasnacht organisieren. Etwa zu der Zeit kamen auch Guggenmusiken auf – allein Brig zählt nach wie vor 4 aktive Guggenmusiken: , ,  und . In den zwei Wochen vor dem Aschermittwoch sorgen die Fasnächtler dafür, dass traditionelle Elemente der Fasnacht (wie die teils riesigen Umzüge, die Fasnachtszeitung, Schnitzelbänke oder Fasnachtsspezialitäten) weiter kultiviert werden und dass daneben ausgiebig gefeiert werden kann.

 

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Wie alles begann…
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- Türkenbund: Wie Brig zu «Mekka» wurde
    
    Es war auch an einem 6. Januar, als 1903 in Brig die älteste Oberwalliser Fasnachtsgesellschaft «» gegründet wurde. Der Briger Hotelier Dr. Alexander Seiler (1864 – 1920) war schon in jungen Jahren gerne verkleidet an der Fasnacht in der Simplonstadt unterwegs. Bevorzugt sei er dabei als Beduine oder in anderen orientalischen Verkleidungen in den Gassen unterwegs gewesen. Solche ‘fremden’ Motive können durchaus als bewusste Provokation gewertet werden: Seiler und seine Getreuen verstanden sich als «fortschrittlich demokratische Gruppe», welche an der Vormachtstellung der «Altkonservativen» rütteln wollte.
    
    Von der konservativen Visper Zeitung «Walliser Bote» kam schliesslich auch der Fehde-Handschuh, der humorvoll aufgegriffen wurde: Bei der Frage, über welche Route Bern mit dem Wallis verbunden werden sollte, favorisierten sie in Visp die Wildstrubel-Variante, während die Briger im Variantenstreit naturgemäss für das Lötschberg-Projekt waren, damit Brig Knotenpunkt der Jura-Simplonbahn würde. Der «Bote» kommentierte spöttisch, dass «sicherlich noch nicht alle Fäden in der Hand der sogenannten Stadt Brig liegen und sie wird uns Oberwalliser nie zum Mekka werden.» Dr. Alexander Seiler nahm das gerne auf, und rief im «Briger Anzeiger» zur «Pilgerfahrt nach Mekka» während der Fasnacht 1903 auf. Nachdem viele «Beduinen, Derwische, \[…\] Türken \[und\] Hadschis aller Art» erschienen waren, benannte sich die Fasnachtszunft im Folgejahr als – zu einer Zeit notabene, in welcher es den Nationalstaat Türkei noch nicht gab, sondern noch vom Osmanischen Reich die Rede war.
- Die Gründung der löblichen Bäjizunft Glis-Gamsen-Brigerbad
    
    1959 wurde erstmals eine örtliche Fasnacht durch zwei Gliser organisiert, der Weg einer ortsgebundenen Fasnachtsgesellschaft – der  – war damit geebnet.
    
    1966 war es so weit, die Initianten hoben in einem offiziellen Akt die  aus der Taufe. Bald danach erschienen die Mitglieder mit ihren roten Zipfelmützen und gaben sich als Bäjini zu erkennen.
    
    Die Bäjizunft besteht aus 13 Gliggen und sieben Vorstandsmitgliedern. Unter der reformfreudigen Regie des 1979 ins Amt getretenen Zunftmeisters, öffnete sich die Bäjizunft erstmals den Frauen.
    
    Bereits 1973 hat sich die internationale Zusammenarbeit von ,  und  so weit gefestigt, dass die Durchführung des grossen Oberwalliser Fasnachtsumzugs abwechslungsweise einer der drei Fasnachtsgesellschaften von BriGliNa überantwortet wurde. 1975 erstand sich die Bäjizunft eine Lagerhalle; als „Bäjihitta“ wurde diese im Holowistutz aufgestellt. 1977 besuchte die Bäjizunft erstmals die heilpädagogische Schule und begründete damit die Tradition zum alljährlichen Besuch.
    
    Stand am Anfang der Gründung der Bäjizunft vor allem die Belebung der Dorffasnacht vor Augen, möchte die Zunft heute vermehrt auch Jugendlichen die Möglichkeit bieten, das Fasnachtsgeschehen sinnvoll mitzugestalten. Mindestens 16 Jahre alt muss man sein, um sich einer Gligga anzuschliessen. Als „grünes Bäji“ an der Chessletta vorgestellt, muss das Neumitglied seinen guten Willen und seine Eignung in der Gligga und in der Zunft bis zur GV im Herbst beweisen. An der GV wird über seinen Zunfteintritt abgestimmt.

 

Gätsch: Zig Bars in der Altstadt
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Jede Oberwalliserin und jeder Oberwalliser ab Jugendalter kennt dabei den «Gätsch». Die Wortherkunft für «Gätsch» wurde wahlweise mit einer ursprünglichen Bezeichnung für das Altstadt-Quartier, in welchem die Briger Fasnacht stattfindet, oder für ein veraltetes, leicht anrüchiges Wort begründet. Beim  spricht man vom «Kasbahfest», da die Altstadt unterhalb des (arabisch Kasbah = Altstadt oder Burg) in eine Festmeile verwandelt wird. In zig temporär errichteten Bars tummeln sich während drei Freinächten ab dem Fetten Donnerstag tausende Festbesucher/innen. Brig ist und bleibt eben Mekka der Oberwalliser Fasnacht…

 

Veranstaltungen
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