Die Geburtsstunde des Cordon bleus verdanken wir einem glücklichen Zufall und Improvisationskunst: Eine Gruppe von dreissig Personen hatte sich zum Abendessen angemeldet. Unerwartet traf eine zweite Gruppe ein. Das vorbereitete Schweinscarré reichte nicht für alle Gäste.
Die Köchin musste improvisieren. Sie schnitt das Fleisch im Schmetterlingsschnitt auf, füllte es mit Rohschinken und Käse, panierte die Portionen und servierte daraus ein neues Gericht. Die Gäste waren begeistert. Auch der Patron soll so beeindruckt gewesen sein, dass er der Köchin sinnbildlich «le Cordon bleu» verleihen wollte – eine Auszeichnung für besondere Kochkunst. Die Köchin winkte ab und schlug vor, stattdessen das Gericht künftig «Cordon bleu» zu nennen.
Ob sich die Geschichte so zugetragen hat, lässt sich heute nicht abschliessend belegen. Doch verschiedene Überlieferungen und Quellen verweisen auf Brig als möglichen Ursprungsort.
Was als kreative Lösung aus der Not entstanden sein soll, hat längst seinen Weg in die Küchen der Schweiz und darüber hinausgefunden. In Brig bleibt es aber mehr als ein beliebtes Gericht: Es ist Teil einer lokalen Genussgeschichte.